Nachdem ich mich während meines Studiums und der Zeit bei einem mittelständischen Unternehmen überwiegend mit klassischem B2B-Marketing beschäftigt habe, habe ich Marketing bei einem Start-up aus einer anderen Perspektive kennengelernt.

Hier gab es kein Budget, um teure Werbekampagnen oder Messestände zu gestalten. Dennoch mussten wir das Maximum aus unserem Marketing herausholen.

Uns blieb also nichts anderes übrig, als unsere Maßnahmen immer weiter zu optimieren und immer neue Wege zu suchen, um erfolgreich Leads zu generieren.

Und dabei war es egal, ob das durch Marketing, den Vertrieb oder den Anpassungen an unserem Produkt passiert ist.

Irgendwann bin ich dann auf das Thema Growth Marketing gestoßen und habe gesehen, dass es genau für diese Taktiken – mit so wenig Budget wie möglich ein maximales Wachstum zu erzielen – eine eigene Disziplin mit einem eigenen Prozess gibt.

Und das war der Startschuss für mich, dass ich mich immer weiter mit dem Thema beschäftigt und angefangen habe, mit diesem Prozess zu arbeiten.

Im Folgenden will ich dir zeigen, wie ich das Thema Growth Marketing sehe, was es aus meiner Perspektive ist und wie es vor allem im Hinblick auf den B2B-Bereich funktioniert.

Was ist Growth Marketing?

 

Da es noch keine einheitliche Definition für das Thema Growth Marketing gibt und oft mit dem Begriff Growth Hacking gleich gesetzt wird, werfen wir einmal einen Blick darauf, wie es von anderen beschrieben wird:

Wikipedia schreibt:

 

„Growth Hacking ist eine Marketing-Technik, die von Startups entwickelt wurde, um mit Kreativität, analytischem Denken und dem Einsatz von Social Media den Absatz zu fördern und Bekanntheit zu erlangen.“ QUELLE

 

Der ehemalige Hubspot CMO, Mike Volpe, beschreibt Growth Marketing folgendermaßen:

 

“Growth marketing is removing the boundaries of marketing to enable every aspect of the customer experience to focus on attracting more engaged customers.”QUELLE

 

Und Sean Ellis, der übrigens als Erfinder des Growth Hackings gilt, beschreibt das Ganze so:

 

„Growth hacking is about running smart experiments to drive growth within your business.“ QUELLE

 

Wie man sieht, gibt es einige Definitionen, über die sich die Marketingwelt noch nicht ganz einig ist.

Betrachtet man diese Definitionen, dann lässt sich sagen, dass man für Growth Marketing u.a. Kreativität, analytisches Denken, Experimentierfreudigkeit und einen starken Kundenfokus benötigt.

Aber was heißt das jetzt genau?

Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, hier einmal meine eigene Zusammenfassung:

Beim Growth Marketing geht es darum, dass man Mittel und Wege findet, um ein Unternehmenswachstum zu erreichen. Diese Mittel und Wege können Maßnahmen sein, die im Marketing stattfinden oder in irgendeiner anderen Abteilung wie z. B. der Produktentwicklung oder dem Vertrieb.

Das kann z.B. folgendes sein:

Welche Anpassungen kannst du an deinem Produkt vornehmen, damit deine Kunden es noch mehr lieben und es dir förmlich aus der Hand reißen? Wie kannst du deine Website umgestalten, damit diese besser Leads generiert? Aber auch das Platzieren von Werbebannern auf Plattformen, auf der sich deine Zielgruppe tummelt.

Im Endeffekt eben alles, was dir Aufmerksamkeit bringt und letztendlich neue Kunden generiert und damit ein Wachstum erzielt.

Und damit das Ganze strukturiert abläuft, gibt es einen Prozess dafür. Mit diesem werden deine Maßnahmen, oft auch „Hacks“ genannt, gesammelt, bewertet und getestet.

Im Anschluss werden diese auf ihre Effektivität hin ausgewertet und dokumentiert, wodurch du extrem viel Knowhow und Insights zu deiner Zielgruppe aufbaust.

Wichtig zu verstehen ist, dass es kaum möglich ist DIE eine Maßnahmen oder den einen „Hack“ zu finden, der dein Unternehmen durch die Decke schießen lässt. Oft ist es ein Zusammenspiel vieler kleiner Maßnahmen und kontinuierliches Lernen, wodurch du immer gezieltere Maßnahmen umsetzen kannst.

 

„Growth Marketing verlässt also die Pfade des klassischen Marketings und sucht in jedem deiner Unternehmensbereiche nach Mittel und Wege, um ein Wachstum zu erreichen. Dabei dreht sich alles um ein sehr gutes Verständnis für deine Zielgruppe.“

Wo grenzt sich Growth Marketing zum klassischen Marketing ab?

 

Beim klassischen Marketing steht oft die Frage im Raum: „Wie bringen wir unser Produkt zum Kunden?“, oder mittlerweile auch: „Wie bringen wir unseren Kunden zum Produkt?“. Oftmals werden mehrere tausend Euro für Werbekampagnen oder Webseiten ausgegeben, wo nicht klar ist, ob das Ganze überhaupt seine gewünschte Wirkung erzielt.

Beim Growth Marketing hingegen steht u.a. das Testen und das Umsetzen im Mittelpunkt. Anstatt also Budget für Werbekampagnen auszugeben, werden Mittel und Wege gesucht, um schnell und effizient Kunden auf dein Produkt aufmerksam zu machen und zu gewinnen.

Dabei ist auch das Messen der Maßnahmen ein wichtiger Bestandteil. Überall wo es möglich ist, wird gemessen. Öffnungsraten, Zugriffszahlen, Klicks, Bounces usw. denn nur dadurch siehst du, ob etwas funktioniert hat oder nicht und kannst dadurch weitere Entscheidungen treffen.

Das Thema Growth Marketing kommt ursprünglich aus dem Startup-Bereich. Da eben hier das Budget relativ begrenzt ist, stehen Marketer in Start-ups vor der Herausforderung, dass sie ohne Budget das Maximum herausholen müssen.

Daher kommt auch das Gerücht, dass Growth Marketing eine kostenlose Marketingtaktik ist.  Aber auch beim Growth Marketing fallen Kosten an, wie beispielsweise für bezahlte Werbung. Dennoch stimmt es, dass sich Growth Marketing im Vergleich zum klassischen Marketing auf einen geringeren Budgeteinsatz fokussiert.

Oft steht auch das Erreichen eines viralen Effekts im Mittelpunkt. Dadurch kann man mit wenig Budget, die maximale Werbewirkung erzielen.

So hat Dropbox zum Beispiel, ein „referral program eingeführt, wodurch man mit einer Weiterempfehlung an Freunden, 500 MB mehr Speicherplatz bekommen hat. Innerhalb von 15 Monaten stiegen die Userzahlen von 100.000 auf 4 Millionen an.

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